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Re: grosse Gewindebohrer für Holzgewinde

Hallo Fabian,

Metallgewinde sind, wie der Name schon sagt, auf Metall optimiert und nehmen nicht unbedingt Rücksicht auf die Befindlichkeiten von Holz. Wie du schon richtig angemerkt hast, sind die relativ zierlich im Vergleich zu Holzgewinden.

Was bisher bei mir gut funktioniert hat, ist eine Metallschraube direkt in ein Metrisches Gewinde zu schrauben das ich in Holz gebohrt habe.
Auf die Art kann man zum Beispiel Einstellbare Füße bauen. Falls das nicht hält kann man dann immer noch das Gewinde im Holz ausbohren und einen Gewindeeinsatz reindrehen.

Die andere Richtung, ein Metallgewinde auf ein Rundholz zu schneiden, bin ich noch nicht gegangen. Ich halte dort die Aussichten auch für schlechter, da ich bei dem faserigen Aufbau von Holz dann befürchte daß zumindest Teile des Gewindes abbrechen.

Im Metallbereich gibt es allerdings viele verschiedene Gewindeformen. Das herkömmliche Schraubengewinde ist für Befestigungszwecke optimiert. Es gibt aber Bewegungsgewinde für Spindeln und ähnliches, davon ist das Trapezgewinde den meisten ein Begriff, oder auch Rundgewinde usw.
Allerdings sind da die entsprechenden Werkzeuge auch alles andere als billig. Als Metaller könnte ich mir zwar vorstellen mit den entsprechenden Gewindebohrern und Schneideisen dann Werkzeuge für die Holzbearbeitung herzustellen, der Aufwand wäre aber immer noch erheblich, selbst wenn man hinterher die Schneideisen und Gewindebohrer wieder verkaufen kann (was auch nicht so einfach sein wird). Billiger wäre da vermutlich wenn man eine alte oder neue Gewindespindel umarbeiten würde. Für die Bearbeitung von Holz sollte es eigentlich genügen wenn man da eine scharfe Schneidkante anschleift und einen gewissen Anschnitt vorsieht. Aber dazu müsste man auch erstmal die geeignete Spindel finden.

Ein anderer Weg wurde auch schon öfter beschritten. Das ist eine Vorrichtung für die Oberfräse, die (entsprechend einer Drehbank) erlaubt daß man einen Gewindegang in ein eingespanntes Rundholz fräst. Das scheint mir relativ erfolgversprechend, und würde es emöglichen mit verschiedenen Gewindeformen zu experimentieren, aber natürlich braucht man dafür einen geeigneten Fräser und muß dann auch noch eine Vorrichtung haben um das entsprechende Muttergewinde anzufertigen (inklusive dem passenden Fräser). Es sei denn man begnügt sich mit Messingmuttern die man im Internet zu bestimmten Gewindeformen bekommt und macht nur die Spindel aus Holz passend dazu.

Das ganze lohnt sich vermutlich nur wenn man damit praktisch in die Serienproduktion geht oder wirklich selber einen extrem hohen Bedarf hat.

Gruß Horst

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