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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Hobelbank in Hainbuche? Gesellenstück

Hei Lasse!

Auch ich baue mir gerade eine Hobelbank. Schon ca. 10 Jahre bin ich Schreiner, jetzt ist es an der Zeit mir eindlich das gute Stück zu bauen. Finde ich ja eine richtig gute Idee, sich so etwas als Gesellenstück zu bauen !

Eine Hobelbank aus Weissbuche, es ist eine neue, vielleicht ungewöhnlich Idee. Jedenfalls nicht der Standart. Wie es so oft ist, bekommt man viel Skepsis wenn man so etwas vor hat.

Ich habe mir auch die anderen Beiträge zu Deinem Thema durchgelesen und es hat mich etwas an meine Zeit in der Lehre erinnert:

Als ich mir mein Gesellenstück (ein etwas ungewöhnliches Sitz- und Verstau-Möbel) geplant habe, es war noch ein Unding, gezinkte Schubladen aus verschiedenen Hölzern zu bauen. Mir wurde prophezeit, es würde überhaupt gar nicht gehen, die Lade würde sich verziehen und klemmen und man hat mich davor gewarnt, ich könnte sogar wegen fachlich inkorrekter Holzwahl durch die Gesellenprüfung durchfallen. Dabei wollte ich so gerne meine Schubladen aus Eiche und Esche bauen. Die Kombination gefiel mir so gut und auch die Holzeigenschaften empfand ich als passend. Für einen Schreibtisch, den ich vorher, während der Lehre gebaut hatte, sind die Schubladen mit dieser Holzkombination richtig gut geworden.
Noch dazu wollte ich für den Korpus ein ziemlich breites Eschenbrett verwenden, ein Kernstück mit sehr lebendiger Maserung. Auch da habe ich nur Frontwind bekommen: Esche hat weiss und geradewüchsig zu sein. Höchstens als Furnier können man solche Maserung verwenden. Der Meister hatte Angst, potenzielle Kunden könnten denken, er habe nur B-Ware im Lager und die Lehrer in der Berufschule meinten, dass man bei AutoCad eine solche Maserung gar nicht erst ein zu planen versuchen sollte...

Der Holzauswahl für die Schubladen habe ich mich gebeugt, das schöne Kernstück, das habe ich mit Stolz eingebaut (es hat mich dann tatsächlich die "Auszeichnung" auf meinen Gesellenbrief gekostet, scheiß drauf :)
Vielleicht wäre ich ja ganz durchgefallen, hätte ich mit Eiche und Esche gezinkt, etwas, dass man heute, wenn man so im Internet nach Inspiration sucht, regelmäßig findet.

Wenn Dir Hainbuche gefällt und Du passendes Material findest, klar kann man damit eine klasse Hobelbank bauen! Glaube an Dich, das ist viel wichtiger als irgendwelche technischen Fakten!
Es ist bestimmt schwieriger Hainbuche zu hobeln, als manch ein anderes Holz. Wer aber behauptet, man könne es nicht ausrissfrei hobeln, da behaupte ich, er kann sein Hobel nicht vernünftig eintellen, das Eisen ist stumpf, oder er hat einfach kein gutes Händchen fürs Hobeln. Was eine Herausforderung ist muss noch lange nicht unmöglich sein!
Und, es stimmt, dass Hainbuche beim Trocknen stark schwindet. Aber, ich gehe davon aus, dass Du trockenes und abgelagertes Holz verwenden wirst. Dann steht Dir nichts mehr im Wege. Viele Holzhobel werden aus oder mit Hainbuche hergestellt, das wurde schon erwähnt... Ein Zeugniss davon, dass es nicht nur sehr Abriebfest ist, sondern auch für sehr präzise Projekte verwendet werden kann.

Ich wünsche Dir viel Spass beim Planen und Bauen und würde mich sehr freuen, mal ein Foto von dem guten Stück zu sehen. Vielleicht schicke ich Dir auch eins von meiner Bank, sie wird aus Birke und Eiche gebaut, evtl. kommt noch Weide und Erle dazu, eine Kombination, die ich so auch noch in keinem Lehrbuch gefunden habe ;-)

Sei gegrüßt,

Fabien

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