Juuma Einhand-Multizwinge - schnelles einhändiges Spannen von 0 bis 170 mm

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Kaufberatung - Westliche Handsägen

Hallo Thomas,

meine Entwicklung von den Japansägen zu den selbstgefeilten westlichen war Deiner ähnlich.

Zur Auswahl gebrauchter Sägen, ihrem Herrichten und Schärfen habe ich in meiner Schärfanleitung (falls Du die nicht kennst: Link "Schärfprojekt" oben auf der Website des Forums) Einiges geschrieben, das will ich hier nicht wiederkäuen.

Welche Sägen man braucht? Da werden sich wohl kaum zwei Holzwerker einig sein, das hängt ja davon ab, welche Holzarbeiten man macht, welche guten oder schlechten Erfahrungen man hinter sich hat und was einem so über den Weg gelaufen ist oder auch nicht (wie bei anderen Dingen im Leben auch).

Längs- und Querschnittbezahnungen sollte man beide haben, doch.

Also, wenn meine Werkstatt abgebrannt wäre, würde ich folgende Handsägen möglichst bald beschaffen:

1. 2 Fuchsschwänze, einer Längsschnitt, einer Querschnitt. Zahnteilung etwa 2,5 bis 3mm. Die Sägen selbst nicht sehr lang, etwa 350 bis 400 mm Blattlänge, die viel längeren Fuchsswänze von Disston und Konsorten sind zum Zimmern, in der Werkstatt aber eher unhandlich. Fuchsschwänze sind aber unverzichtbar für sehr tiefe Schnitte und außerdem besonders gut zu steuern.

2. 2 Rückensägen (eine längs, eine quer) mit Pistolengriff o. offenem Griff, mit Schnittiefe min. 70mm (Vorsicht bei alten Schätzchen, da ist oft nur noch eine deutlich geringere Blattbreite übrig!) Zahnteilung etwa 2 mm, Blatt etwa 300 mm lang. Braucht man für präzise Schnitte größerer Tiefe.

3. 2 Feinsägen (die mit den gedrechselten Griffen) eine längs, eine quer. Die mit Längsschnittbezahnung etwa 250 mm lang, die für Querschnitte gern etwas kürzer . Zahnteilung nicht zu fein weil man die Sägen doch auch schärfen will. Meine neueren sind "William Greaves" von Flinn, sehr preisgünstig und zu empfehlen, Zahnteilung 1,7 mm. Meine Querschnitt- Feinsägen haben eine Bezahnung mit 30° Neigung, das gibt einen butterweichen und ausriussarmen Schnitt. Die Feinsäge (längs) benutze ich vor allem zum Sägen von Zinken (eine "Zinkensäge" mit Pistolengriff habe ich gar nicht), die mit Querbezahnung zum Sägen von Zapfenbrüsten und Ähnlichem.

Natürlich habe ich noch Einiges an Sägen darüber hinaus. Abe die oben aufgezählten wären für mich schon eine ordentliche Grundausstattung. Spannsägen (Gestellsägen) habe ich nicht aufgeführt. Meine sind bis auf eine selbstgebaute längst ausgemustert, ich mochte sie nie besonders gern. Nur wenn man viel schaffen will oder muss, sind sie mit ihren dünnen langen Blättern sicherlich den anderen Sägen überlegen. Und sie bieten sich (z.B. in Kompaktform mit nur 400 oder 500mm langen Blatt ) besonders zum Selbstbauen an. Das kommt dann später.....

Grüße, Friedrich

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