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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Zusammenhang Schärfe, Standhaftigkeit & Stahl

Hallo Tom,

Schärfe, Schneidhaltigkeit (hohe Standzeit) und Stahl. Wie die zusammenhängen?

"Schärfe" ist am einfachsten zu definieren als Grad der Annäherung (der Schneide) an den theoretischen Optimalzustand "Radius Null". Wie scharf ein Eisen ist, hängt ausschliesslich davon ab, wie gut (wie geschickt und mit wie feinen Schleifwerkzeugen) es geschärft wurde. Wobei manche Stahl- Schärfwerkzeugkombinationen das Schärfen erleichtern. Aber in Prinzip kann man mit jedem Stahl die gleiche Schärfe erreichen. Auch grobkörniger Stahl kann optimal scharf gemacht werden (die groben Körner sind problemlos anschleifbar ).

"Schneidhaltigkeit" oder Schnitthaltigkeit ist die Fähigkeit des Werkzeuges, die Schärfe seiner Schneide bei Benutzung lange zu halten. Und da das Stumpfwerden ein allmählicher Prozess ist : Ein Werkzeug mit hoher Schneidhaltigkeit kann lange benutzt werden bis es nachgeschärft werden muss (hohe Standzeit), eines mit geringerer Schneidhaltigkeit nicht so lange. Schneidhaltigkeit ist vor allem vom Stahl (einschließlich seiner Wärmebehandlung) abhängig. Natürlich spielt auch die Schneidengeometrie (Keilwinkel) eine Rolle, aber normalerweise interessiert der Einfluss des Stahles und dann muss man natürlich Eisen mit gleicher Schneidengeometrie vergleichen. Ein Einfluss des Schärfens (Rauigkeit des Schneidkeiles) wird gelegentlich diskutiert, ich weiss nicht ob es da gesicherte Erkenntnisse gibt.

Grüße, Friedrich

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