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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Kommode restaurieren
Antwort auf: Re: Kommode restaurieren ()

Hallo

wir gehen mal davon aus, dass es sich hier nicht um ein historisch wertvolles Möbelstück von besonderem Wert handelt. Damit sollte auch die Idee, die Patina der Oberfläche erhalten zu wollen, erledigt sein.
Wenn man sich die meisten Wohnungen jüngerer Mitmenschen anschaut, fristen dort Möbel mit furnierten Flächen, vielleicht sogar noch historisch, wohl eher ein Schattendasein.
Daher kann es bei älteren Gebrauchsmöbeln wohl nur darum gehen: wieder schön oder Sperrmüll. So ist leider die Realität.
Bei dem vorliegenden Möbelstück bin ich der Ansicht, es lebt von der dunklen, rotbraunen Färbung des Furniers. Und diese Patina ist kaum ohne nochmaliges Anfeuern der Flächen zu erreichen. Und dazu ist eigentlich ein Abnehmen
der Lackschichten unerläßlich. Die Aufhellung der Porenfüllungen wird man sonst nicht beseitigen können. (Die aufwändige Methode, durch die gedünnten Lackschichten mit Petroleum zu arbeiten, will ich hier dem Laien nicht anbieten...)
Wie einige Vorschreiber bereits meinten, so würde auch ich zuerst versuchen, so viel als möglich von den Schichten mit Lösungsmitteln abzuwaschen. Meine Wahl wäre aber ein Ammoniak-Alkohol-Gemisch, welches Schellack gut anlöst.
Mit Fließ oder Watte getränkt, einfach abwischen. Letztendlich wird man um schleifen mit der Hand in Maserrichtung nicht herumkommen, um die tieferen Kratzer und die Farbspritzer zu entfernen und die Oberfläche gleichmäßig auszurichten.
Der Idealfall wäre, die Porenfüllung nicht aufzureißen. Dann kann man sich das recht aufwändige Porenfüllen zumeist sparen und darauf aufsetzen.
Nach professioneller Entlackung, wie hier vorgeschlagen, wäre das dann passé. Wenn ich von Hand daran arbeite, kann ich das gut steuern. Man merkt recht genau, ob noch Lack oder schon Furnier geschliffen wird.
Wenn die Lackschicht dann großteils runter ist, mit einem säurefreien Öl das Furnier satt anfeuern und gut trocknen lassen.
Sollte der Bearbeiter vor einer wirklichen Schellack-Politur zurückschrecken, lässt sich auch mit nicht ganz so dünnem Schellack im Ballen ein „Anwischen“ der Flächen realisieren. Strich neben Strich in Maserrichtung.
Sieht danach m.E. immer noch deutlich besser aus, als eine belassene Oberfläche in Gelbstich.
Klar, die Königsklasse wäre Mahagoni auf Hochglanz poliert.
Ich mach das mit Schellack seit 1981, aber ich bin kein akademisch ausgebildeter Restaurator...

Grüße und viel Erfolg
Uli

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