Handbehauene Raspeln von Liogier

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Ein Bestoßhobel mit kleinen Schwächen

Liebe Holzwerker,

vielen Dank für Euer Lob und Eure Kritik.

@Friedrich: Der Hobel wiegt 2,2kg. Wahrscheinlich hätte ihm mehr Gewicht nicht geschadet aber das fühlt sich trotzdem ganz gut an.

@Markus: Seitlich Druck aufzubauen ist bei dem Hobel nicht schwierig es liegen ja 4 Finger vollflächig auf (letztes Bild, 2 auf dem Hobelkasten 2 auf dem Griff). Natürlich muss man aufpassen, dass er nicht kippt - ein Nachteil des hohen Hobels hervorgerufen durch das zu lange Eisen. Vorteilhaft ist jedoch, dass das Blei nur in der unteren Hälfte steckt, somit ist der Schwerpunkt niedriger als vielleicht angenommen. Ich bin mir indes gar nicht sicher, ob ein starker seitlicher Druck überhaupt notwendig ist. Paul Sellers sagt immer "Let the plane pull itself to task" oder so ähnlich - er meint das eine scharfe Schneide keine hohe Anpresskraft benötigt und beweist es auch in einem Video, bei dem er den Hobel mit einer Schnur am vorderen Griff zieht - es handelt sich zwar um einen #4 und Längsholz aber ich denke, dass man das auch - qualitativ - auf den Bestoßhobel übertragen kann.
Ich habe keine große Stoßlade sondern nur ein Provisorium, dass keinen so hohen Anschlag hat. Ich wüsste auch nicht, warum der Anschlag höher als die Schneide sein soll. Deshalb ist das Risiko mit dem Daumen in den Anschlag zu fahren bei mir nicht vorhanden.

@Markus, Pedder: Bestoßen habe ich bisher mit allen meinen Hobeln versuchsweise und ich habe Länge für mich nicht als Vorteil festgestellt, wohl aber als Nachteil, wenn die Rauhbank beispielsweise hinten anstößt. Die Erläuterungen von Pedder machen aber Sinn. Das wird sich noch zeigen oder vielleicht habe ich ja irgendwann mal das Glück so einen langen Bestoßhobel zu testen.

@Michael: Danke für die Ausführungen und Infos, welche ich gerne ausprobieren werde. Ich habe dem Knochenleim eigentlich 5% Essig zugesetzt und die Teile bei ca. 60°C in den Backofen vor dem Verleimen. Aber Du hast recht mit dem frühen Gelieren - ich hatte bei der Verarbeitung auch das Gefühl, dass das sehr schnell geht. Trotzdem verwende ich den Leim seit kurzem sehr gerne. Dann wünsche ich Dir das Dein Blei bald die erforderliche "Restfeuchte" erreicht hat ;) und würde mich auch über einen Bericht von Dir freuen, sobald Du ihn gebaut hast.

@Georg: Danke für Dein Bild. Ist das auch ein Bestoßhobel? Oder warum hat er ein gedrehtes Bett? Sieht gut aus! Welches Holz ist das? Mit welcher Maschine hast Du das gefräst? Gibt es davon Bilder?

Insgesamt kann ich auch einen Ersteindruck geben: Die Haptik gefällt mir ganz gut, die Höhe ist wie von vielen schon bemerkt aber etwas nachteilig. Der weiche Eintritt des schräggestellten Eisens ist wirklich viel besser als bei geradem Eisen. Die Späne bleiben teilweise noch am untersten Punkt des Spandurchgangs hängen - da muss ich noch an diesem oder dem Keil nacharbeiten. Bei der Sohlenhöhe ist mir ebenfalls ein Fehler unterlaufen. Die Unterkante der Schneide ist im Moment höher als die Unterkante des Werkstücks auf der Stoßlade. Ansonsten macht er den Eindruck, dass wir beide noch irgendwann gute Freunde werden können, sobald die Probleme behoben sind.

Viel Freude beim Werken wünscht

Johannes

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