Veritas Stemmeisen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Rahmensäge für Männer

Hallo Horst,

wie kam ich auf die Bezahnung: Ich hatte im Januar mal einen Thread eingestellt, wo es um die Bezahnung einer Rahmensäge ging:
http://www.woodworking.de/cgi-bin/forum/webbbs_config.pl/md/read/id/73258/sbj/zahngeometrie-fuer-eine-rahmensaege/
Ich habe mich, wie gesagt schon lange mit dem Thema herumgeschlagen. Der für mich entscheidende Tipp kam von Pedder,
als es darum ging, wieviele Zähne (6 - 20) für einen effektiven Schnitt, gleichzeitig ins Holz greifen sollten. Ich wollte eine Säge haben,
die bis 30 cm effektiv auftrennen kann. Zusätzliche Räumzähne wollte ich nicht, aber vielleicht sind die wirklich sinnvoll). D.h. es
sollten 30 cm Holzbreite / 20 Zähne = 15 mm Zahnteilung werden. 15 mm schienen mir dann doch zu heftig. Dann bin ich bei 14 mm
gelandet. Als ich auf Papier eine solche Teilung aufgezeichnet hatte, und sah, was das für Monsterzähne werden, habe ich mich
für 12 mm entschieden. Bei 12 mm hieße es immerhin, dass die Säge dann noch in 24 cm gut greift. Bei einer Rahmenfüllung aus z.B.
2 Lamellen für eine Möbeltür kann man dann schon ca. 45 cm breite Füllungen herstellen und wenn ich ehrlich bin sind die fehlenden
6 cm zu den 24 cm ja "nur" 25 % in denen die Säge nicht so gut greift. Für das kleinste Stück hieße es im Umkehrschluss
6 Zähne x 12 mm = 7,2 cm Mindestholzbreite.

Die Steigung meiner Zähne habe ich mit Schablone auf 6° gestellt. Stimmt auf den Bildern sieht es etwas steiler aus, aber ich
schiebe es auf perspektivische Effekte des Objektivs, verstärkt durch die Schränkung der Säge. Meine Standardsteigung für LS-Sägen sind 3°.
Weil ich dachte, dass der Schnitt bei der großen Zahnteilung sauberer ausfällt, habe ich den Anstieg dann auf 6° etwas verringert.

Das waren wie gesagt meine Ausgangsüberlegungen, aber wie gesagt, es sind alles irgendwie Faustformeln. Ich schieße zwar
oft aus der Hüfte, aber versuche, wenn es möglich ist, mich gerade bei solchen Dingen immer etwas über die Theorie an eine
für mich sinnvolle Lösung heranzutasten.

Über den Krafteinsatz beim Sägen will ich mich nicht beschweren, aber es ist definitiv schon etwas anderes, als wenn man mit
einem Blatt mit 5 mm Teilung, das nur 0,7 mm dick ist sägt. Wenn 6 kg auf ein paar Zahnspitzen drücken, steigt der Kraftaufwand
gegenüber einer normalen Säge mit vielleicht 1 bis 1,5 kg schon deutlich. Mein Klage geht eher in eine andere Richtung, dass
ich nämlich meine Bank umstellen muss, um das ganze Blatt ausnutzen zu können. man braucht nach hinten raus schon ca. 1,5 m
Platz (90 cm Sägeblatt + 40 cm Beinausfall nach hinten; wenn man mit wenig Armeinsatz sägen will, kommen noch ca. 60 cm
Armlänge hinzu, und dann ist man schon bei 2 m. Man führt die Sägen nicht am Körper vorbei, sondern hat sie immer vor der
Brust. Wenn ich die Hobelbank umstellen muss, muss ich noch das Licht verlegen. Das sind alles Gedanken, die mir kamen, als
ich den Probeschnitt ausgeführt habe. Gott sei Dank nimmt meine Hobelbank mit ca. 200 kg Masse die Sägekräfte gut auf.
Ansonsten glaube ich, hat man ein weiteres Problem.

Vielleicht sind das auch noch ein paar Tipps, für Rahmensägebauer, die angedacht werden sollten, bevor es an die Umsetzung geht.

LG Micha

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