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Handwerkzeugforum für Holzwerker

Rahmensäge für Männer *MIT BILD*

Hallo,

Schon seit längerem steht eine neue Rahmensäge auf meiner Projektliste.

Jetzt, da dieses Thema an Fahrt aufnimmt, möchte meine Version ferstigstellen und euch zeigen.

Zu den Grunddaten:

Sägeblatt ca. 96 cm x 6 cm x 1,2 mm, entstanden aus einer Schrotsäge.
Zahlteilung 12 mm;
Neigungswinkel 6° damit der Schnitt nicht zu aggressiv wird.

Blatthalter: Kastenprofile aus 100 mm x 50 mm x 70 mm; 5 mm Profildicke
(Bezugsquelle: https://stahlshop.de/stahl-produkte/stahl-rohre/rechteckrohre/rechteckrohr-100-x-50-x-4-0-detail )

Rahmen
Material: Buche
Rahmenhölzer aus Buchenreststücken von meinem Hobelbankprojekt.
Holme 4 cm x 4 cm Querschnitt
Holmabstand zum Blatt 17 cm
Masse: ca. 6 kg
Bolzen für Blattspanner entstanden aus einem 200 mm langen Nagel

Spannschrauben M10 x 120 cm, 1 Ringmutter M10, habe ich mit 2K-Leim verklebt

Die technischen Details zum Sägeblatt standen bei mir schon länger fest. Ziel ist es, die Säge zum Auftrennen von Hölzern > 10 cm einzusetzen.
Die Zahnteilung von 5 mm erschien mir von Vornherein für diese Anforderung unterdimensioniert, weil ich auch immer davon ausgegangen
bin, das bei breiten Hölzern die Zahnzwischenräume schnell voll sind. Darum meine Entscheidung für 12 mm.

Bei meiner ersten Rahmensägen, die ich hier auch mal vorgestellt habe, kam ein zweiter Erfahrungswert hinzu. Das betrifft sie Blattstärke.
Damals ging ich, inspiriert von den dünnen Japansägeblättern davon aus, dass das auch für eine Rahmensäge vorteilhaft sein kann. Jedoch musste
ich einsehen, dass mit einem 0,5 mm starken Blatt mit 5 mm Teilung nicht wirklich was zu reißen war. Der schnitt war anfangs, wie erhofft schnell,
verlief aber ständig und ich konnte den Schnitt auch nicht steuern, sodass dieses Experiment scheiterte. Grund: Die Stabilität der Zähne. Die Zähne
biegen sich im Schnitt, halten die Schränkung nicht, die Säge klemmt und der Schnitt wandert, wohin es ihm beliebt.

Hier ein paar Bilder der ersten Säge:

Standardsägeblätter für Gestellsägen haben nur 0,7 mm Stärke. Das erschien mir für Zahnteilungen > 7mm auch etwas zu gering. Dann habe ich
mir eine Schrotsäge besorgt, die von Haus aus eine 10 mm Teilung hatte und habe mich über die Blattstärke von 1,2 mm gefreut und beschlossen
eine Zahnteilung von 12 mm anzufertigen. Größer wollte ich das dann doch nicht machen, damit das Schnittbild nicht allzu grob ausfällt.
Jetzt wieder zur neuen Säge.

Die Schrotsäge habe ich fachgerecht mit dem Winkelschleifer grob zugeschnitten, wovon ich aber keine Bilder habe, weil eine SD-Karte kaputt ging.




Für den Rahmen verwendete ich Buchenholz, es bringt zumindest die Masse mit, die bei einer solchen Säge wohl nur vorteilhaft sein kann. Zur
Bearbeitung muss ich hier wohl keine weiteren Ausführungen machen. auch nicht, welches Design-Vorbild hier Pate stand. Nur soviel, ich habe
die Holme nicht verleimt, sodass die Säge bequem auseinandergenommen werden kann. Die Bilder zeigen euch alles, was man wissen muss.





Nach der Hochzeit der Einzelteile konnte ich mir einen kleinen Probeschnitt in 8 cm Buch nicht verkneifen.


Ohne Starthilfeschnitt läuft nichts. Auf alle Fälle kann man hier von Schnittgeschwindigkeit sprechen. So habe ich in mein Probestück
mit ca. 30 halben Sägestößen 9 cm geschafft, was in Buche wohl keine so schlechte Leistung darstellt. Halbe Sägestöße, weil mir der Platz
nach hinten fehlte, um das ganze Blatt zum schnitt zu nutzen. Der Schnitt ist rauh, aber nicht so rauh wie ich befürchtet hatte. Ich werde
auf alle Fälle noch ein wenig Schränkung rausnehmen, damit es sich leichter sägt. In Frage Kraftaufwand beim Sägen ist das echt ein
Quantensprung. Ich denke, dass das Sägen aus der Hüfte hier mehr als angebracht ist. Auf alle Fälle werde ich mir über Kurz oder Lang
noch ein neues Blatt mit 9 oder 10 mm Zahlteilung herstellen.

Insgesamt wiegt das gute Stück fertig ca. 6 kg (gemessen auf einer ungeeichten Personenwaage).

Ein Tipp: Damit man beim Bezahnen nicht die Lust verliert verwendet scharfe Feilen und zum Sägen braucht man richtig Kraft und Ausdauer!

Wieviel hat das Projekt Alles in Allem gekostet? Unterm Strich lag meine Säge bei 43 Euro (incl. Feilen, Porto und Versandkosten).

L.G. Micha

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