Handbehauene Raspeln von Liogier

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Feilen (T. Kaes)
Antwort auf: Re: Feilen (T. Kaes) ()

Hallo Thomas,

ich bin kein Experte was Werkstoffe angeht, aber

Von der Härte kam der mir jetzt mit 1.400 N/mm² nicht viel weicher vor.

die Härte eines Stahls ist etwas ganz anderes als dessen Festigkeit! Die Angabe von 1.400 N/mm² soll wahrscheinlich die Zugfestigkeit R_m sein. Daraus kannst Du für die geplanten Sägen ableiten, dass sich die Sägebänder problemlos spannen lassen, da das Sägeblatt garantiert nicht reißen wird aufgrund der irre hohen Zugfestigkeit... ;-)

Aber was die Härte betrifft, hast Du hier einen kaltgewalzten Stahl vorgeschlagen, der nicht gehärtet ist und sich auch nicht härten lässt. Denn zum Härten braucht es (meines Wissens) Kohlenstoff im Stahl, und der ist hier kaum vorhanden.

Bei dem ursprünglich vorgeschlagenen Stahl hingegen handelt es sich um einen gehärteten Stahl, der im Lieferzustand bereits gehärtet und auch angelassen ist. Das Anlassen ist durchaus von Vorteil - es reduziert die Härte zwar etwas, aber dafür sinkt die Sprödigkeit enorm. Ob sich dieser gehärtete Stahl jetzt allerdings mit "normalen" Feilen überhaupt noch feilen lässt, weiß ich nicht. Theoretisch könnte man ihn auch normalglühen, dann die Bezahnung anfeilen (was dann deutlich leichter und schneller gehen dürfte), und ihn anschließend wieder härten und anlassen. Ich vermute allerdings, dass das nötige Equipment nicht unbedingt bei den meisten von uns in der Werkstatt befindet... ;-)

Schöne Grüße,
Stefan

PS: Die Härte eines Stahls wird übrigens bspw. als HRC_Wert oder als HV-Wert angegeben (Härte beim Rockwell-Verfahren (Typ C), bzw. Härte beim Vickers-Verfahren). Bei Dieter ist meine ich in der Regel die Rockwell-Härte angegeben, also so etwas wie 61,0 HRC. Und das ist dann schon ziemlich hart... ;-)

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