Juuma Einhand-Simshobel

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Einstieg in die Hobelwelt

Hallo Hannes,

bezüglich planer Hobelsohle: wenn du dir einen eisernen Hobel neu kaufst musst du dir darum keine Sorgen machen, da sind alle bekannten Marken hinreichend plan. Bei gebrauchten hölzernen Hobeln kann es da schon eher Probleme geben, aber die kann man dafür umso leichter beheben. Wenn du Hobel gebraucht kaufst, nimm einfach einen Tischlerwinkel oder ähnliches mit und prüfe die Sohle, so kannst du all zu krumme Exemplare gleich aussortieren. Also kein Grund sich Sorgen zu machen.

Bezüglich Hobellänge: man kann eine Rauhbank No 7 durchaus auch für kurze Werkstücke einsetzen.Sie kann dabei aber ihre Vorteile nicht ausspielen und ein kürzerer Hobel würde sich auf so kurzen Werkstücken doch deutlich gefühlvoller führen lassen. Im wesentlichen also möglich, aber nicht sinnvoll. Bei 60cm langen Brettern ist die Rauhbank schon hervorragend anzuwenden, aber ein Doppelhobel oder Jackplane funktioniert hier auch noch wunderbar, ohne große Nachteile.
Für mich ist die gefühlte, optimale Grenze zwischen Rauhbank und Jackplane in etwa 30-50cm, ich denke das handhabt ein jeder etwas anders, hängt viel von den persönlichen Vorlieben und Gewohnheiten ab.

Darum würde ich für deine Anwendungen als ersten Hobel jedenfalls einen kürzeren kaufen, eine (Kurz)Rauhbank eventuell später mal zusätzlich wenn du Lust darauf hast.

Bei Leimfugen genügt die Rauhbank oder ein Doppelhobel, ein nachfolgendes Putzen mit dem Putzhobel ist nicht notwendig. Wobei man natürlich dazusagen muss, dass man einen Putzhobel auch etwas gröber einstellen kann und genauso wie einen Doppelhobel verwenden kann. Das alles sollte man nicht zu sehr dogmatisch sehen, erlaubt ist was funktioniert oder eben welches Werkzeug man gerade verfügbar hat.

Zum Falzhobel: grundsätzlich genügt für einen präzisen Falz nur der Falzohobel allein. Er besitzt einen Seiten- und Tiefenanschlag und eignet sich daher besonders mehrere gleiche Fälze hintereinander zu erstellen. Hat man aber schon einen Falz, der nur mehr etwas nachgearbeitet werden muss, ist das einfacher und schneller mit einem Simshobel erledigt, als erst den Falzohbel einzustellen (die Einstellung eines Falzhobels ist nämlich ein bisschen aufwendiger als eines "normalen" Hobels).
Einen wesentlichen Unterschied gibt es aber noch: der Falzhobel hat noch einen Vorschneider und in der Regel ein schräges Eisen. Für Fälze quer zur Faser ist er daher einem Simshobel haushoch überlerlegen.

LG Wolfgang

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