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Re: Einstieg in die Hobelwelt
Antwort auf: Einstieg in die Hobelwelt ()

Hallo Hannes,

hast du denn in deinem Werkzeugfundus denn irgendwelche Hobel, die man eventuell aufarbeiten kann?

1) Zum Fügen zweier Brettkanten nimmt man normalerweise eine Rauhbank. Bei den relativ kleinen Dimensionen deiner Werkstücke geht das aber mit einem Doppelhobel oder einem Jackplane (No 5 oder No 62) auch einwandfrei. Die sind kleiner, leichter, billiger und etwas universeller. Einen hölzernen Doppelhobel bekommt man gebraucht zB für sehr wenig Geld. Ein eiserner Flachwinkel Jackplane hat dafür den Vorteil, der er in Hirnholz etwas besser arbeitet.

3) Dafür ist ein Falzhobel das richtige Werkzeug, dafür aber relativ teuer und sehr speziell. Mit einem Simshobel geht das auch und der ist universeller und billiger.

Ein Einhandhobel ist ein sehr gutes und oft gebrauchtes Werkzeug, aber als erster Hobel taugt er meiner Meinung nach nicht besonders, weil man damit einfach zu wenig machen kann. Der ist eher was zum Nacharbeiten nach anderen Hobeln, zB um Kanten anzufasen, kleine Hirnholzflächen zu glätten, Holzverbindungen anzupassen, um mal schnell ein paar Zehntel von einer schmalen Brettkante abzunehmen usw.
Es gibt auch Einhand-Simshobel, mit dem kann man auch Fälze nacharbeiten usw. (wenn man es nicht zu eilig hat und die Präzisionsansprüche nicht zu hoch sind, kann man damit auch überhaupt den ganzen Falz erstellen.) Im Prinzip kann er alles was ein normaler Einhandhobel auch kann (außer dass er nicht ganz so ergonomisch in der Hand liegt und nicht auf einer Stoßlade verwendet werden kann) und noch mehr. Ich würde daher gleich zu einem Einhand-Simshobel anstatt einem normalen Einhandhobel greifen. Ich habe zB den von Juuma und bin damit recht zufrieden. Das Preis-Leistungsverhältnis ist hier recht gut. Wenn du allerdings etwas tiefer in die Tasche greifst und gleich einen Veritas oder Lie Nielsen kaufst, wirst du das auch sicher nicht bereuen, das ist ein Werkzeug das dir ein Leben lang treue Dienste erweisen wird. Vorteil bei diesen Hobel ist eindeutig das Eisen: ein A2 oder PMV11 hält die Schneide deutlich länger.

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