ZOBO Bohrer

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Teil5/2 Bau eines Innenfensters *MIT BILD*

Fortsetzung von 5/1

Teil 5/2 Beschläge

Bevor die Kloben in den Rahmen geschlagen werden, mache ich einige Bohr- und Einschlagversuche in einem Reststück Kiefernholz. Bohre ich mit vier oder fünf Millimetern vor, reisst das Holz beim Einschlagen des Klobens. Bei sechs reisst es nicht, ich muss das Stück mit einem Stecheisen spalten, um den Kloben wieder heraus zu bekommen.

Obwohl der Kloben sehr fest im Versuchsholz saß, meissele ich noch Widerhaken an die Kanten. Dafür verwende ich mein Abbruchstecheisen.

Als alle Kloben eingeschlagen und die Bänder verschraubt sind, hänge ich die Flügel ein und freue mich, dass sie sich öffnen und schliessen lassen. Die Bänder baue ich später noch wieder ab. Zum einen möchte ich das Holz unter den Beschlägen ölen, zum anderen werde ich den Zink herunter brennen, damit die Farbe hält. Bei den Kloben habe ich das vor dem Einbau erledigt, weil ich sie nicht wieder zerstörungsfrei heraus bekomme. Das Entzinken mit dem Autogenbrenner erfolgt aus zwei Gründen draussen vor der Tür. Erstens weil drinnen die Wahrscheinlichkeit für den Fortbestand meiner Holzwerkstatt mit ihren ganzen schönen Spänen bei offenem Feuer sehr gering ist. Und zweitens weil ich auf Zinkfieber gern verzichte.

Die Bascule hat am Getriebe einen Vorreiber, den ich nicht brauche und die Schiebestangen (Schubstangen?) sind zu kurz. Ausserdem mag ich es nicht leiden, wenn die Olive im geschlossenen Zustand quer steht. Also säge ich den Vorreiber ab und verschliesse den Schlitz im Getriebegehäuse mit einem eingeschweissten Blech. Die Olive drehe ich um 90°.
Mangels eines passenden Gesenks für Flach-Halbrundprofile, welches mich doch noch zum Schmied hätte werden lassen, schweisse ich jeweils ein Stück Flacheisen an die Schiebeschubstangen, um diese zu verlängern und bringe sie anschliessend mit der Flex grob in Form. Die Feinarbeit erledigt die Feile. Dann schraube ich alles an.

Auf noch genauere Ausführungen und weitere Bilder der Metallarbeiten (Ihhh!) verzichte ich an dieser Stelle, zumal auch Maschinen (Pfui!) eingesetzte werden. Nicht, dass der geneigte Leser über den Tellerrand kippt und verloren geht.

Zum Schluss stelle ich den Rahmen auf, zwinge das fünfte Rahmenteil an seinen Platz und probiere das Fenster aus. An zwei Stellen hobele ich den Rahmenfalz der Flügel etwas nach, damit es später mit Farbe auf dem Holz nicht zu eng wird.
Üblicherweise lassen sich bei allen zweiflügeligen Fenstern in unserem Haus die rechten Flügel zuerst öffnen. In dem betreffenden Raum, für den das Fenster bestimmt ist, wäre das aber unpraktisch. Also befinden sich die Bascule und die innere Schlagleiste am linken Flügel. Das Aussenfenster passe ich entsprechend an.
Die Schlagleisten (am rechten Flügel befindet sich eine an der nach aussen gewandten Seite) hatte ich bisher irgendwie vergessen. Ich mache sie, weil keine genügend langen Kiefernreste mehr da waren, aus Lärche. Selbstverständlich in reiner Handarbeit.

Fazit Teil 5:
-Die Bascule ist mir ein klein wenig zu klobig
-Man sollte den Aufwand, die Kaufteile anzupassen, nicht unterschätzen
-Ich habe das Spiel zwischen Rahmen und Flügel recht gering gewählt, weshalb ich noch nachhobeln musste

So long,
J.Daniel

In Teil 6 geht es um Farbe, Glas und den ganzen Rest.

Darf ich erwarten, dass Du feinstes, mundgeblasenes Glas verwendest?

Ach, halte er die Klappe!

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