Handbehauene Raspeln von Liogier

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Teil 4/3 Bau eines Innenfensters *MIT BILD*

Fortsetzung von Teil 4/2

Teil 4/3 Eckverbindungen

Das ganze Projekt klappt völlig reibungslos. Ich bin ein Held!

Nee, natürlich nicht.
Beim letzten Teil, dem Bogenstück im linken Flügel, versemmel ich gleich beide Ecken. Auf der einen Seite stemme ich im Schlitz die Fase von der Aussenseite verkehrt herum. Die andere Ecke geht innen nicht zu, weil ich falsch angerissen habe. Beides korrigiere ich beim Zusammenbau mit eingeleimten Hölzchen.

Für die Verleimung benutze ich zum ersten Mal Kalk-Kasein-Leim (KKL). Dafür setze ich morgens pulverförmiges Kasein mit Wasser an und lasse es den Tag über quellen. Abends gebe ich Sumpfkalk hinzu, verrühre die Mischung gründlich und wundere mich über den sonderbaren Geruch. Aber nicht zu lange, denn der Leim muss zügig verbraucht werden.
Durch den Leim entstehen Verfärbungen im Holz, die sich nicht mehr entfernen lassen. Das ist mir aber egal. Das Fenster wird sowieso weiss gestrichen.
An einer Rahmenecke leime ich einen sehr dünnen Span mit in eine etwas zu breite Fuge. Der Span verfärbt sich selbst dort, wo er nicht direkt mit dem KKL in Kontakt kommt.

Ich lasse den Leim über Nacht trocknen. Anschliessend säge ich überstehendes Holz ab und putze die Ecken.

Endergebnis

Fazit Teil 4:
-Ein mittelgroße Rückensäge für Längsschnitte, das wär's!
-Statt der Stoßaxt hätte ich gerne ein großes Stecheisen mit langem Heft, bei dem die Seitenfasen bis zur Spiegelseite hinunter gehen.
-Wenn ich öfter Holzdübel herstellen sollte, wäre ein spezielles Locheisen, durch das man die Rohlinge schlägt, sicherlich hilfreich.
-Vom Kalk-Kasein-Leim bin ich noch nicht vollständig überzeugt. Ich denke aber, dass ich ihn etwas zu flüssig angerührt habe. Ein Kontrollstück hielt zwar, brach aber unter Gewalteinwirkung teilweise im Holz, teilweise in der Leimfuge. Da werde ich noch etwas experimentieren.
-Weil ich nach einem sehr anstrengenden und arbeitsreichen Tag unbedingt noch das letzte Teil in den Flügel einbauen wollte, habe ich die beschriebenen Fehler gemacht. Besser ist es, den eigenen Erholungsbedarf nicht zu ignorieren.

Im fünften Teil geht es um die Beschläge.
So long,
J.Daniel

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