Handwerkzeugforum für Holzwerker

Bild meiner Woche. Hobel abgesahnt *MIT BILD*

Ein herzliches "Hallo" an Alle.

Diesmal möchte ich Euch zeigen, was ich am Sonntag abgeholt habe.
In einer Anzeige im Internet waren diverse Hobel und Werkzeuge angeboten, es gab nur ein Foto, welches nicht alles und nicht so richtig zeigte.
Bekommen habe ich folgendes (die Sachen sind hier lediglich mit einem Feger abgestaubt worden):

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Danach kam eine vorläufige Säuberung. Die Hobelkörper wurden mit einem feuchten Lappen abgewischt, grobe Flecken mit Ziehklinge entfernt und die Metallteile bekamen Kurz einen Besuch von der Drahtbürste.
Der Simshobel ganz rechts und der Körper des Doppelhobel darunter werden nicht bearbeitet, da ich in dieser Beziehung eingedeckt bin.

Der Falzhobel ist ein Ott mit dem eingeprägten Zeichen und Spruch "Trocken Holz, Unser Stolz, F. O. & Co". Außerdem gibt es einen Stempel "Falzhobel Test". Dazu noch die Zahlen 28 und 14.
Das Eisen ist schräg eingesetzt für einen ziehenden Schnitt. Den Winkel habe ich nicht nachgemessen. Der Hobelkörper ist in Ordnung, die Sohle wird nachgearbeitet werden müssen.


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Der Grundhobel ist soweit ganz in Ordnung. Das Eisen wird in einen vernünftigen Zustand gebracht werden können.

Der Doppelhobel von Ulmia ist ebenfalls soweit in Ordnung (ich müßte mal den Winkel nachmessen, das habe ich versäumt. Eventuell muss er als Putzhobel eingestuft werden). Das Eisen ist Laminiert. Ich mag diese älteren, laminierten Eisen sehr.

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Der E.C.E Hobel hat leider einen Wasserschaden. Keine Ahnung, ob da noch was zu retten ist und inwiefern das Holz an sich Schaden genommen hat. Es gab einen Spanbrecher, das Eisen fehlt.


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Nun habe ich also auch einen Zahnhobel. Den Körper brauche ich nicht, da ich einen von Ulmia habe, welcher in einem viel besseren Zustand ist. Das Eisen hat mir gefehlt und nun werde ich das Kirschen-Eisen in den Ulmia einsetzen können. Nicht dass ich einen Zahnhobel brauche, aber wenn er schon mal da ist, bekommt er einfach ein ruhiges Plätzchen in der Werkstatt. Der Körper von Joh Weiss & Sohn Wien wird nicht gebraucht.

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Die Beiden Schrupphobel tragen keinerlei Erkennungsmarken. Weder auf dem Holz noch auf dem Eisen lässt sich was finden. Wenn die Eisen gut sind, werde ich sie auf jeden Fall einsetzen können.


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Der Doppelhobel mit diesem dunklen Holzkörper trägt ebenfalls keine Kennzeichen auf dem Holz. Es ist ein laminiertes "Spannsäge"-Eisen von Jacob Busch eingesetzt. Das Eisen werde ich wohl nicht in einen gebrauchsfähigen Zustand bringen, da ich eigentlich genügend Eisen habe. Der Holzkörper bekam schon mal eine Sohle aufgedoppelt, es wird von mir wohl entsorgt, da ich keine Verwendung dafür habe.


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Zeit, um zu diesem Teil der Annonce zu kommen, welcher mein eigentliches Interesse geweckt hat - die Rauhbänke.
Es sind vier an der Zahl. Leider waren nur zwei Eisen dabei. Aber erst mal der Reihe nach:

Die rechte Rauhbank hat diesen komischen Griff bekommen. Warum? Auf Eure Ideen und Vorschläge bin ich gespannt. Es gibt ebenfalls einen Wasserschaden, allerdings ist kein Spalt an der Verbindungsstelle der Sohle mit dem Hobelkörper zu sehen. Vor und hinter dem Hobelmaul (und noch mehrere in gleicher Linie) sind Löcher zu sehen. In zwei von diesen Löchern sehe ich noch Reste von Nägeln. Vermutlich waren das Stifte von einem Pneumatiknagler und ich vermute, dass damit ein Anschlag an der Sohle befestigt war. Ich war sehr gespannt, welches Eisen in dem Hobel eingesetzt ist und habe mich sehr gefreut, als ich das laminierte Eisen von Kirschen gesehen habe. Soweit ich weiß, war bei diesem Eisen eigentlich ein Spanbrecher mit Einstellschraube vorgesehen, aber das brauche ich nicht.




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An der zweiten Rauhbank ist fast nichts auszusetzen. Nur der Griff ist an dem vorderem Teil gebrochen und muß geleimt werden. Am hinteren Teil des Griffes gibt es keinen Riß und es dürfte ein einfaches sein das ganze in Ordnung zu bringen.


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Die Dritte Rauhbank ist in einem ähnlichen Zustand. Der Griff ist ebenfalls gebrochen, die Sohle ist verschmutzt. Es war ein nicht passender Keil eingesetzt.


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Nun komme ich zum Sorgenkind. An der vierten Rauhbank hat das Wasser schon einen richtigen Schaden verursacht. Zwischen der Sohle und dem Hobelkörper ist deutlich ein Spalt zu sehen, da werde ich wohl keine Zeit investieren um das zu flicken. Das Eisen lieferte dafür einen Grund zur Freude, es ist ein laminiertes Eisen von Ulmia. Ich ging bisher davon aus, dass Matador eine eigenständige Marke war, ich muss es aber nicht weiter vertiefen. Mit diesem Eisen werde ich wahrscheinlich auch viel Freude haben. Habe ich schon erwähnt, dass ich laminierte Eisen sehr mag?



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Alle Rauhbänke tragen an der rechten Seite Spuren, als ob sie in einer Stoßlade benutzt wurden. Das habe ich nicht extra fotografiert.

Zum Schluß noch die Bohrmaschine. Vom Rost befreit bot sich ein recht ordentliches Bild. Es gibt keinerlei Beschriftung, das Futter hatte fast keinen Rost, die Federn darin arbeiten gleichmäßig und es schließt sauber. Mit neuem Fett versorgt dürfte die Maschine einsatzbereit sein.



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Alles in Allem habe ich wohl einiges brauchbare Werkzeug bekommen. Die fehlenden oder defekten Teile kann ich angesichts des kleinen monetären Einsatzes verschmerzen. Schließlich habe ich nur 10 Euro in die Kaffeekasse gegeben.

Sollte sich jemand finden, der die nicht gebrauchten Teile haben möchte, so ist er herzlich eingeladen sie bei mir abzuholen.

Gruß,
Rafael

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