Juuma Ganzstahlzwingen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Re: Erfahrungen mit Stanley 45 / 55 ??

Die Combinationshobel wie u.a. der Stanley 45, 50 oder 55 sind ein Kompromiß und wie bei allen Kompromissen werde Vorteile mit Nachteilen erkauft. Der Vorteil ist die Vielzahl der möglichen Profile, die mit einem einzigem Hobel erzielt werden können. Aber.. und diese Einwände sind je nach Standpunkt mal weniger oder mehr. Zum einen betrifft das die Gefahr des Ausreißens, die Sie selbst ja auch schon angesprochen hatten. Das diese Hobel keine Maul haben, wie dies bei Holzhobeln z.B. der Fall ist, ist natürlich die Gefahr des Ausreißens ungleich größer. Zwar hat Stanley in der Entwicklung des 55er dem mit ein paar kleinen Kontruktionshilfen Abhilfe zu schaffen versucht, doch ist dieses nur beschränkt möglich.
Ersteinmal scheint die Wahl des Holzes von entscheidender Wichtigkeit zu sein. In der Regel werden diese Hobel in Weichholz bessere Egebnis zeigen. Aber auch vom Maserverlauf her besonders gleichförmige Harthölzer wie Nußbaum können gute Ergebnisse zeitigen. Es dürfen eben keine Astlöcher vorhanden sein, zumal auch um diese herum die Faserstruktur sich doch stark verändern kann. Holzhandwerker in früherer Zeit hatten sicherlich da auch größere Möglichkeiten bei der Auswahl des Holzes, und sicher mehr Gelgenheit besonders gleichförmig gewachsene Stücke ohne Äste für solche Spezialverwndungen auszusortieren und zur Seite zu legen.
Das Schärfen von Eisen für Profilhobel ist immer eine Kunst. Dafür gibt es "slipstones" in verschiedenen Profilen als Wasser- oder Ölstein. Das sind Formsteine mit dreieckigen, runden, ovalen oder tropfenförmigen Querschnitten. Wie bei vielem auch ist hier die Praxis es, die den Meister macht. Es ist jedoch ganz entscheidend, daß diese Hobel auf Grund der schwierigen Hobelkonstruktionslage besonders scharfe Eisen haben um optimale Ergebnisse erzielen zu können.
Anfügen sollte man vielleicht auch, daß die Stellung der Schlitten sehr wichtig ist. Diese richtet sich aber nach der Geometrie der zu erarbeitenden Profile. Bei nicht richtiger Einstellung kann es leicht zu einem wackeln des Hobelns und damit zu einem beschädigtem Profil kommen. Es ist also unbedingt zu vermeiden, daß der Hobel ins Schlingern gerät und dafür ist es ebenso wichtig, daß die Anschläge beim Bewegen des Hobels kein Spiel bekommen, dürfen also nie den Kontakt zum Holz verlieren: mit der linken Hand also gut andrücken. Hier erinnert die Handstellung vielleicht ein wenig an das Führen eines klassischen europäischen Holzhobels ohne Horn.
Im allgemeinen gibt es im Internet ein paar gute Seiten, die auch auf Einzelheiten eingehen, in der Regel aber auf Englisch. Diese zu übersetzen und zusammenzufassen dürfte aber nicht schwer sein.
Der heute von Clifton noch angebotene Profilhobel ist in der Tat sehr teuer. Und wenn man diesen einmal von der Nähe betrachtet ist man auch enttäuscht bezüglich der Qualität, insbesondere wenn man den Preis mit in Betracht zieht. Die Qualität des Gußkörpers was saubere Gußformen angeht läßt doch sehr zu Wünschen übrig. Aber das betrifft wohl so ziemlich alle heutzutage noch produzierte Werkzeuge mit Gußteilen. Da bekommt man alte Combinationshobel oft für weniger als die Hälfte.

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