Juuma Türenspanner - auch für Leimholzherstellung

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Mein JUUMA Putzhobel No. 4

Ein herzliches Hallo!

Ich möchte heute über meinen JUUMA Hobel berichten. Dies geschieht aus zwei Gründen.
1. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Hobel habe und möchte das hiermit ausdrücken
2. Es gibt im Forum nur eine Erwähnung dieses Hobels , welcher doch eine umfanreichere Beschreibung verdient

Eigentlich habe ich den Hobel schon ein Paar Monate. Es war ein Geburtstagsgeschenk, welches ich mir von meiner Frau habe überreichen lassen (nachdem ich ihn bestellt habe).
Zu damaliger Zeit schaute ich mich nach einem Hobel um, welcher ohne grosse Nachbesserungsaktionen verwendbar sein sollte und einen kleinen Eindruck vermitteln sollte, wie ein guter neuer Hobel sein kann.
Bis dahin hatte ich einige metallene Hobel, welche jedoch alle erst mehr oder weniger bearbeitet werden mussten. Es waren allesamt sehr preiswerte Gelegenheitskäufe, darunter ein neuer Stanley No. 6. Die Eisen waren meistens eine Katastrophe in 2mm (oder auch dünner), die Spanbrecher ebenfalls ein Graus. Die Sohlen bedurften teils sehr langer Nachbearbeitung.
Da ich leider nicht das Geld hatte um einen Clifton oder Veritas zu kaufen und das Angebot für den neuen Kunz bei Dieter Schmid noch nicht vorlag, entschied ich mich für den JUUMA.

Der Hobel kommt von Dieter in einem netten Kästchen und macht gleich genau den gleichen, guten Eindruck wie auf den Fotos bei Feinewerkzeuge.

Der Hobel bringt 2206g auf die Waage, welche einen soliden Eindruck in der Hand vermitteln. Bei der Hand gibt es allerdings auch ein kleines Problem, welches ich auch schon bei dem Stanley (aber auch bei den anderen) hatte. Der Griff ist mir, selbst bei meinen nicht gerade grossen Händen, zu klein. Da ich die Greifart mit dem Zeigefinger nach vorne nicht mag ist es für mich doch etwas störend.

Was sofort positiv auffällt, ist die Verarbeitung. Die Flächen sind nicht an einem Schleifband geschliffen worden, sondern sehen so aus, als ob sie an einer Flachschleifmaschine bearbeitet wurden. Hier ein Blick auf die Sohle im Originalzustand:

Nach dem Herausnehmen des Eisens ist der Blick auf den Frosch frei. Hier fällt gleich auf, dass man keine Befestigungsschrauben sieht, stattdessen nur diese zwei Bolzenköpfe.

Ein Blick auf die Hinterseite des Frosches zeigt gleich noch einen Unterschied zu der sonst üblicher Bauweise.

Die mittlere Schraube, sowie deren Funktion, istd ie gleiche wie bei Stanley. Die Zwei weiteren Schrauben ziehen die Bolzen mit den Runden Köpfen nieder. Nach dem Lösen (einige Umdrehungen notwendig) lässt sich der Frosch abnehmen und die Funktion wird klar. Die Spitzen der Schrauben greifen in die Konischen Öffnungen der Bolzen und ziehen diese in die Löcher rein. Dabei wird der Frosch gegen den Hobelkörper gezogen.

Einen kleinen Haken habe ich hier auch gefunden. Die Nut in der Schraube für die Mauleinstellung hat eine Breite von 2,0mm , das Blechstück welches da eingreift ist nur 1,0mm dick. Das wird demnächst noch angepasst.
Hier eine Ansicht des Frosches von unten, wo dieses beschriebene Blechstück zu sehen ist.

Da es aber Alles in Allem ein feines Stück Bronze ist, hier nochmal:

Das Gewinde der Spandicken-Einstellschraube ist sehr sauber ausgeführt, da hat man sonst auch alles mögliche gesehen.

Einen sehr guten Eindruck macht das Eisen samt dem Spanbrecher. Eisen beidseitig sauber geschliffen, nach einer ersten Kontrolle per Auge sehr eben und gerade, 3,0mm dick. Der Spanbrecher vermittelt nicht diesen Eindruck nach billig hergestelltem Blechteil, sauber ausgeschnitten, ebenfalls aus 3,0mm dickem Material. Die Schraube im Spanbrecher vervollständigt den guten Eindruck, sauber gedreht, Schlitz akkurat gefräst, Gewinde beidseitig ohne Tadel.

Hier eine Nahaufnahme der Kontaktzone beider Teile:

Die Fase am Eisen ist mit 25° sauber geschliffen und sieht so aus, als ob man da nicht viel zu schleifen hat.

Ich habe versucht zu fotografieren, wie die Kontaktfläche zwischen der Spiegelseite und dem Spanbrecher im Auslieferungszustand aussieht. Die dunklein Stellen im Lichspalt sind kein Dreck. Beide Teile wurden vor dem Zusammenlegen sauber abgewischt, man erkennt also, dass hier ebenfalls keine grosse Schleifarbeit zu erwarten ist.

Hier die Kante des Spanbrechers, leider habe ich kein besseres Foto:

Von der Spiegelseite des Eisens habe ich keine Fotos gemacht, möchte aber anmerken, dass ich lediglich vier Minuten gebraucht habe um die erforderliche Oberfläche zu erhalten. Dann noch etwas den Spanbrecher einschleifen und dieser Teil war fertig. Die Fase habe ich lediglich mit 800er King leicht nachgezogen, und dann die Mikrofase hergestellt.
Danach ging es sofort ans Holz und wie erwartet konnte ich innerhalb kürzester Zeit die feinsten Späne hobeln.

Später dann habe ich mir mal die Hobelsohle genauer angeschaut. Mit dem Haarlineal quer aufgelegt konnte ich leicht konkave Fläche feststellen. Übertrieben gesagt, wie ein Rundstabhobel. Allerdings im minimalen Masse, in den Lichspalt unter dem Haarlineal konnte ich 0,01mm dicke Folie einschieben, 0,04 ging nicht, etwas richtiges dazwischen hatte ich leider nicht.
Ich nehme an, dass der Hobelkörper auf der Flachschleifmaschine fest in einen Maschinenchraubstock eingespannt wurde (die Schlosser machen sowas gerne richtig fest), dabei wölbte sich die Fläche ganz leicht und wurde geschliffen. Nach dem Lösen des Schraubstockes ging die Spannung wohl zurück und es entstand diese leichte Kuhle.

Ich entschied mich zu prüfen, inwieweit das zu richten ist und habe die Sohle auf einer dicken Glasplatte und 400er Nassschleifpapier abgezogen.
Eine überprüfung auf die "Schnelle" ergab, dass nun die 0,01mm Folie überall eingeklemmt wird.
Hier ein Foto direkt nach dem Schleifpapier:

Mit einem Haarwinkel habe ich auch die Winkligkeit der Seitenflächen zu der Hobelsohle überprüft. Es ist eine minimale Ungenauigkeit zu sehen, es geht in Richtung "Parallelogramm". Wer jedoch schon mit einem Haarwinkel und Lichtspalt gearbeitet hat weiss, dass man da auf sehr hohem Niveau jammert. Mein Präzisionswinkelmesser kann nur 5´ genau messen, und mit dem konnte ich (wenn überhaupt) nur diese 5´ Differenz zu 90° feststellen.

Alles in Allem bin ich sehr mit diesem Hobel zufrieden und freue mich jedes mal, wenn beim Hobeln der JUUMA dran kommt.

Ich hoffe Euch nicht gelangweilt zu haben.

Gruß, Rafael

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