Schleifzylinder

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Holz mit Öl behandeln.

Hallo!

Seit längerer Zeit wollte ich schon etwas zu Holzölen schreiben.
Heute habe ich gesehen, daß Dieter auch Holzöl von Livos anbietet, und da dachte ich mir, daß ich einmal meine Erfahrungen beschreibe.

Die ersten Arbeiten habe ich mit "DUBNO" von Livos behandelt (Dieter bietet das auch an). Dieses Öl hat mir nicht gefallen. Wenn das Holz einmal feucht oder naß wurde, hat das Holz eine schmierige Schicht bekommen. Das ist meine ganz persönliche Erfahrung! Dann habe ich von Livos "MELDOS" genommen und war sehr zufrieden. Mittlerweile habe ich sicherlich schon an die 10 Dosen davon verarbeitet. Dann hatte gab es keinen Händler in meiner Nähe mehr, der Livos Produkte verkaufte. So habe ich vergleichbare Öle verwendet. Auf der Holz und Handwerk in Nürnberg habe ich dann auch die Adresse von einem Händler in meiner Nähe bekommen (War aber noch nicht dort!)

Alle meine Holzarbeiten habe ich bisher mit Öl behandelt. Das hat viele Vorteile:

Das Holz bekommt eine schöne deutliche Struktur.
Es können sich keine Nasen bilden wie bei einer Lackierung.
Es riecht nicht unangenehm.
Das Holz fühlt sich natürlich an, wenn man es anfaßt.
Man kann leicht Stellen ausbessern.

Bei den ersten Arbeiten habe ich dann auch noch ein Wachs von Livos aufgetragen. Das mache ich aber heute nicht mehr. Es ist sehr viel Arbeit das Wachs aufzutragen und noch mehr Arbeit das Wachs zu polieren. Außerdem bilden sich in Profilen oder Ecken weiße Wachsreste, die unschön aussehen.

Heute sieht meine Oberflächenbehandlung so aus: hobeln oder vielleicht auch schleifen. Dann reichlich ölen - am liebsten mit Meldos von Livos. Dann nach wenigen Minuten das überschüssige Öl mit einem Lappen aufnehmen. Gegebenenfalls nach 24 Stunden noch einmal leicht schleifen und noch einmal leicht ölen.

Wenn eine stark beanspruchte Oberfläche, wie zum Beispiel eine Schreibtischplatte, etwas schmuddelig geworden ist, kann man es mit einem Schwamm und etwas Spülmittel gut reinigen. Wenn es nötig ist, kann man dann mit etwas Stahlwolle ganz leicht glätten und dann dünn nachölen.

Dieter schreibt zu recht, daß man Schränke nicht von innen ölen sollte. Leider wußte ich das nicht und mußte folgende Erfahrungen machen: Eine Anrichte habe ich auch von innen geölt. In die Türen habe ich eine Bleiverglasung gemacht - mit echten Bleiruten. Nach einigen Jahren bemerkte ich, daß sich auf dem Blei ein weißer Belag gebildet hat. Das Blei sah aus, als würde es zerfressen werden und der Staub rieselte runter. Habe diese Bleiverglasung ausgebaut und dem Glaser vorgeführt - er wußte keine Erklärung und hatte so etwas auch noch nicht gesehen.

Auch meine Werkzeugschrank habe ich von innen geölt. Interessanterweise ist das meinem Spitzer nicht bekommen. Ich hatte einen kleinen Bleistiftspitzer aus Alu in der Schublade. Nach einiger Zeit war der Spitzer ganz mit weißem Belag überzogen. Die Oberfläche des Spitzers hatte sich so aufgelöst, daß der Spitzer nicht mehr zu gebrauchen war. Das führe ich auch auf das Holzöl zurück.

Drechselarbeiten öle ich übrigens mit Danish Oil. Und seit neuestem habe ich auch "Sanding Sealer" ausprobiert. Das ist eine Schellackgrundierung und gibt eine schöne glänzende und glatte Oberfläche.

So, nun habe ich genug geschrieben.
Ich hoffe, daß der Beitrag hier erwünscht ist. Hier geht es ja eigentlich um Handwerkszeuge und nicht um Holz(Öl). Aber: Ich habe das Öl immer mit dem Pinsel aufgetragen - ein echtes Handwerkszeug! ;-)

Gruß
Berthold

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