Juuma Ganzstahlzwingen

Handwerkzeugforum für Holzwerker

Erfahrungen mit der Kell-Schleifführung

Hallo Holzwerker,

an dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei Dieter bedanken.
1. Für die tolle Schleifführung.
2. Weil ich, um einen wirklich objektiven Bericht abgeben zu können, erstmals wirklich gezwungen sah, die Spiegelseiten meiner Stemm- und Hobeleisen ordentlich abzurichten.

Ich habe die Schärfführung auf jap. Wassersteinen und auf Schleifpapier (nass) getestet.
Zum Vergleich habe ich meine Veritas-Führung herangezogen.

Der erste Eindruck der Schleifführung war sehr positiv:
Ausgezeichnete Verarbeitung, hochwertige Materialien und unkomplizierte Bedienung.

Also los geht's, spannen wir ein Stemmeisen ein!
Meine erste Befürchtung, meine seitlich angefasten Stemmeisen (Marke Stubai) könnten zu wenig Halt finden, trat glücklicherweise nicht ein. Selbst bei nur wenig "Angriffsfläche" "sitz" das Stemmeisen. Der große, konstruktionsbedingte Vorteil der Kell-Führung" besteht darin, dass die Fase immer schön exakt parallel zu Steinoberfläche liegt, eben weil das Stemmeisen von beiden Seiten fixiert wird. Natürlich kann es zu kleinen Ungenauigkeiten kommen, wenn das Stemmeisen nicht überall exakt gleich breit ist (am besten kontrolliert man das mit einer Schiebelehre, ehe man die Schleifführung verflucht;-)) oder wenn die Seitenkannten der Klingen (Wie lautet der Fachbegriff dafür?) nicht genau parallel zueinander sind.

Die ersten Schärfversuche gestalten sich ein wenig schwierig, da ich nicht weiß, wo ich meine Hände hingeben soll.
Von der Veritas-Führung bin ich es gewohnt, die Führung mit beiden Händen von hinten zu umfassen und mit Mittel- und Zeigefinger auf die Spiegelseite des Stemmeisen zu drücken. Das ist - auch mit nur einer Hand - bei der Kell-Führung bei breiten Stemmeisen (zB 24mm) schwer bei schmalen (zB 10mm) gar nicht möglich, weil zwischen den beiden Rollen, wie gesagt besonders bei schmalen Stemmeisen, kein Platz mehr für die Finger bleibt.
Auch nach 8 Stemmeisen und dem kurzen und schmalen Hobeleisens meines Kunz Einhandhobels hatte ich keine 100%ig optimale Handhaltung gefunden, meine Veritas-Führung greife ich automatisch immer gleich an, beim Kell-Modell muss ich noch weiter experimentiern, um eine "glückliche" Position zu finden.

Das Schärfen selbst gestaltet sich sehr unkompliziert. Ich schärfe grundsätzlich immer mit Bewegungen zu Körper, weg vom Körper ist mir mit der Kell-Führung gar nicht gelungen, da ich, wie es Friedrich bereits im Vorfeld angedeutet hatte, immer dazu tendiert habe, mit dem Stemmeisen in den Stein oder die Glasplatte zu "hacken".
Wenn man seinen Abziehstein - wie von Richard Kell empfohlen - in eine Aussparung legt, so dass der Stein bündig mit der Brettoberfläche ist, wird sich der Verschleiß des Stein wohl in Grenzen halten.
Wenn man den Stein - so wie ich zwischen zwei auf einem Brett fixierten Leisten klemmt, wird man früher oder später sicher einen gewissen Verschleiß feststellen, da die "Bewegungsfreiheit" auf dem Stein aufgrund der seitlich angebrachten Rollen eher eingeschränkt ist. Wer auf Schleifpapier schärft, wird natürlich damit keine Probleme haben.

Alles in allem finde ich, dass die Schleifführung von Richard Kell ein durchaus gelungenes Hilfsmittel darstellt, insbesodere da man Stemmeisen ohne messen und kontrollieren (bei der Veritas-Führung muss man ja immer darauf achten, dass Rolle und Stemmeisen senkrecht zueinander sind) völlig unkompliziert einspannen kann. Hat man dann erst seine ideale Handhaltung gefunden (das hängt auch vom Benutzer ab, manche werde sich sicher leichter tun als ich), steht einer vegnüglichen (weil durch diese Schärfführung sehr schnell erledigten) Runde Schärfen nichts mehr im Wege.

Herzliche Grüße

Christian

PS: Ich hoffe, nichts Wichtiges vergessen zu haben. Wenn doch, bzw. wenn jemand konkrete Fragen hat, bitte melden.

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